
Die Hohepriesterin: Bedeutung der Tarotkarte
Die Hohepriesterin aufrecht bittet dich, dem zu vertrauen, was du unter der Oberfläche spürst, und still abzuwarten, bis das ganze Bild sichtbar wird.
- Intuition
- inneres Wissen
- Geheimnis
- Geduld
- das Unausgesprochene
| Arkana | Große Arkana |
|---|---|
| Zahl | II (2) |
| Astrologie (Golden Dawn) | Mond |
| Ja oder Nein | Vielleicht aufrecht, nein umgekehrt |
Auf dieser Seite (12)
Was die Karte zeigt
Eine ruhige Frau in blauen Gewändern sitzt zwischen zwei Säulen, einer schwarzen mit dem Buchstaben B und einer weißen mit dem Buchstaben J, hinter ihr hängt ein Schleier mit Palmen und Granatäpfeln. Sie trägt eine Hörnerkrone mit einem Vollmond, ein Kreuz auf der Brust und eine Mondsichel zu ihren Füßen, und sie hält eine halb verdeckte Schriftrolle mit der Aufschrift TORA. Die Säulen gelten als Gegensätze im Gleichgewicht, der Schleier als Wissen, das noch nicht enthüllt ist, und die Schriftrolle als Weisheit, die man bei sich behält, statt sie hinauszurufen.
Die Hohepriesterin aufrecht
Die Hohepriesterin drängt nicht und erklärt nicht. Sie sitzt still und weiß. Wenn sie erscheint, deutet die Karte meist darauf hin, dass die gesuchte Antwort nicht aus noch mehr Recherche oder noch mehr Meinungen kommt, sondern aus dem Hören nach innen. Träume, Ahnungen und das Gefühl im Magen, wenn ein bestimmter Name fällt, zählen hier alle als Information.
Es ist auch eine Karte des richtigen Zeitpunkts. Die Schriftrolle in ihrem Schoß ist nur halb zu sehen, und der Schleier hinter ihr verbirgt, was dahinter liegt. Manches ist noch nicht reif, erkannt zu werden, und wer es erzwingt, kommt leicht zum falschen Schluss. Aufrecht lädt sie dich ein, Eindrücke zu sammeln, deine Gedanken für dich zu behalten und die Lage sich selbst zeigen zu lassen. Hast du mit jemandem zu tun, der verschlossen wirkt, kann sie auch auf Gefühle oder Tatsachen hinweisen, die noch nicht ausgesprochen sind. Stille Zeit, Tagebuchschreiben oder ein Spaziergang allein helfen dir, zu hören, was du längst weißt.
Die Hohepriesterin umgekehrt
- überhörte Instinkte
- Geheimnisse
- Verwirrung
- Abgeschnittensein
- oberflächliches Denken
Umgekehrt zeigt die Hohepriesterin oft eine Lücke zwischen dem, was du fühlst, und dem, was du tust. Vielleicht redest du dir einen klaren Instinkt aus, weil er unbequem ist, oder du füllst jeden stillen Moment, damit du nicht hinhören musst.
Sie kann auch auf Geheimnisse, Gerede oder Informationen hinweisen, die dir vorenthalten werden. Statt zu raten oder vom Schlimmsten auszugehen, stell direkte Fragen und achte darauf, wie die Leute antworten. Schaffe wieder Raum für Stille, auch nur zehn Minuten am Tag ohne Bildschirme und fremde Stimmen, dann kehrt dein Gespür für das Wahre wahrscheinlich zurück.
Die Hohepriesterin in der Liebe
Aufrecht: Für Singles deutet die Hohepriesterin auf eine Anziehung hin, die langsam wächst, oder auf einen Menschen, der anfangs schwer zu durchschauen ist. In einer Beziehung zeigt sie eine tiefe, wortlose Verbindung und den Bedarf an Geduld, bis sich die Gefühle gesetzt haben.
Umgekehrt kann sie verborgene Gefühle, widersprüchliche Signale oder einen Partner zeigen, der etwas zurückhält. Sie kann auch darauf hindeuten, dass du deine eigenen Zweifel an der Verbindung übergehst.
Die Hohepriesterin in Beruf und Arbeit
Aufrecht rät die Karte, in Ruhe Informationen zu sammeln, bevor du handelst, und deiner Einschätzung von Menschen zu trauen. Lernen, Recherche und Arbeit im Hintergrund sind begünstigt.
Umgekehrt warnt sie vor fehlenden Informationen oder Büropolitik, die du noch nicht ganz durchschaut hast. Schieb große Entscheidungen auf, bis die Dinge klarer sind.
Die Hohepriesterin als Gefühl
Diese Person spürt einen leisen, starken Sog zu dir hin, behält ihn aber vorerst für sich.
Die Hohepriesterin als Rat
Sei still, hör auf deine Instinkte und warte auf Klarheit, bevor du handelst.
Die Hohepriesterin in einer Tarot-Legung
Dieselbe Karte bedeutet je nach Position etwas anderes. Das sind die Deutungen, die unsere Legesysteme verwenden, wenn die Karte „Die Hohepriesterin“ an der jeweiligen Position liegt. Probier es aus: Drei-Karten-Legung, Keltisches Kreuz.
Aufrecht
| Als Vergangenheit | Am Anfang stand ein stilles Wissen. Eine Ahnung, ein Traum oder ein Bauchgefühl, dem du vertraut oder das du beiseitegeschoben hast, hat den Samen für das gelegt, was sich jetzt entfaltet. |
|---|---|
| Als Gegenwart | Die Antwort, die du suchst, kommt kaum aus noch mehr Recherche oder noch mehr Meinungen. Im Moment liegt sie in dir und wartet auf genug Stille, um gehört zu werden. |
| Als Zukunft oder Ergebnis | In der kommenden Zeit wird sich Geduld auszahlen, denn vieles zeigt sich nur langsam. Verborgene Informationen können ans Licht kommen, und deine Intuition wird dich dabei wahrscheinlich gut leiten. |
| Als Hindernis | Vielleicht hält dich das Warten auf vollkommene Gewissheit zurück. Manches lässt sich nicht im Voraus ganz erklären, und wer auf Beweisen besteht, übertönt leicht, was er schon spürt. |
| Als Rat | Werde still und hör nach innen, bevor du handelst. Achte auf deine Träume, deine Ahnungen und darauf, wie sich dein Körper anfühlt, wenn das Thema aufkommt, und nimm all das ernst. |
Umgekehrt
| Als Vergangenheit | Am Anfang stand ein Bauchgefühl, das du dir ausgeredet hast, oder ein Geheimnis, das begraben blieb. Dieses innere Signal zu übergehen hat mit zu dem beigetragen, was du jetzt vor dir hast. |
|---|---|
| Als Gegenwart | Zwischen dem, was du fühlst, und dem, was du tust, klafft eine Lücke. Ständiger Lärm oder Geschäftigkeit halten dich vielleicht davon ab, ein Gespür zu hören, das längst klar ist. |
| Als Zukunft oder Ergebnis | Wenn du diese leise Stimme weiter überhörst, kann die Verwirrung wachsen. Raum zum Hinhören zu schaffen oder verborgene Informationen offen anzusprechen kann das in Richtung Klarheit drehen. |
| Als Hindernis | Geheimnisse, Gerede oder dein eigenes oberflächliches Denken trüben das Bild. Was nicht ausgesprochen wird, zählt hier, und so zu tun, als würdest du es nicht bemerken, hält dich fest. |
| Als Rat | Dreh den Lärm leiser und vertraue dem Gespür, das du immer wieder abtust. Wo Fakten fehlen, frag direkt nach, statt zu raten, und sei vorsichtig bei Gerüchten. |
Die Hohepriesterin: Was A. E. Waite 1910 schrieb
Waite hat dieses Deck mit Pamela Colman Smith entworfen und die Bedeutungen in The Pictorial Key to the Tarot veröffentlicht (1910, gemeinfrei). Seine Worte im englischen Original, mit unserer Übersetzung:
Bedeutung beim Kartenlegen:
Secrets, mystery, the future as yet unrevealed; the woman who interests the Querent, if male; the Querent herself, if female; silence, tenacity; mystery, wisdom, science.Unsere Übersetzung: Geheimnisse, Mysterium, die noch nicht enthüllte Zukunft; die Frau, die den Fragenden interessiert, wenn männlich; die Fragende selbst, wenn weiblich; Schweigen, Beharrlichkeit; Mysterium, Weisheit, Wissenschaft.
Umgekehrt:
Passion, moral or physical ardour, conceit, surface knowledge.Unsere Übersetzung: Leidenschaft, sittliche oder körperliche Glut, Dünkel, oberflächliches Wissen.
Geheimnisse, Mysterium und stille Weisheit verbinden beide Deutungen. Waite nutzte sie außerdem als Signifikator, als die Frau, die einen männlichen Fragenden interessiert, oder als die Fragende selbst, und machte umgekehrt Leidenschaft, Dünkel und oberflächliches Wissen daraus statt eines überhörten Bauchgefühls.
Die Hohepriesterin: Ja- oder Nein-Karte?
Aufrecht: Vielleicht Der Schleier hinter der Hohepriesterin verbirgt, was noch nicht bekannt ist, darum lautet die Antwort aufrecht „Vielleicht“, bis sich mehr zeigt.
Umgekehrt: Nein Umgekehrt werden Instinkte überhört und Tatsachen verborgen, darum tendiert die Karte vorerst zu Nein.
Stell deine eigene Frage mit dem Ja-Nein-Tarot. Keine Karten zur Hand? Das Orakel Ja Nein antwortet dir mit einem Pendel.
Mehr erfahren: ob die Karte „Die Hohepriesterin“ eine deiner Geburtskarten ist.
Häufige Fragen
Die Hohepriesterin im Tarot: Was bedeutet die Karte?
Die Hohepriesterin aufrecht bittet dich, dem zu vertrauen, was du unter der Oberfläche spürst, und still abzuwarten, bis das ganze Bild sichtbar wird. Umgekehrt deutet die Hohepriesterin darauf hin, dass du dein Bauchgefühl übergehst oder dass verborgene Informationen eine Lage trüben, die ehrliche Aufmerksamkeit braucht. Ja oder Nein: Vielleicht aufrecht, nein umgekehrt.
Die Hohepriesterin umgekehrt: Was bedeutet das?
Umgekehrt deutet die Hohepriesterin darauf hin, dass du dein Bauchgefühl übergehst oder dass verborgene Informationen eine Lage trüben, die ehrliche Aufmerksamkeit braucht.
Die Hohepriesterin: Ja- oder Nein-Karte?
Aufrecht: Vielleicht. Der Schleier hinter der Hohepriesterin verbirgt, was noch nicht bekannt ist, darum lautet die Antwort aufrecht „Vielleicht“, bis sich mehr zeigt. Umgekehrt tendiert die Karte zu nein. Umgekehrt werden Instinkte überhört und Tatsachen verborgen, darum tendiert die Karte vorerst zu Nein.
Die Hohepriesterin als Gefühl: Was empfindet die andere Person?
Diese Person spürt einen leisen, starken Sog zu dir hin, behält ihn aber vorerst für sich.
Weitere Karten: Große Arkana
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